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GESCHICHTE UND KULTUR


Die meisten Hinterlassenschaften, die heute in Petra zu finden sind, stammen von den Nabatäern, allerdings weiß man, dass die Gegend schon vor 7000 bis 6500 Jahren v. Chr. bewohnt war. Überreste einer frühzeitlichen Niederlassung sind noch heute in Klein Petra zu besichtigen, das sich nördlich unweit der Hauptfundstätte Petra befindet.
 



In der Eisenzeit (1200 - 539 v. Chr.) war Petra von den Edomiten bewohnt. Ihre Siedlungen befanden sich hauptsächlich auf den Hügeln um Petra und nicht an dem von den Nabatäern gewählten Ort. Obwohl die Edomiten in der Bearbeitung von Stein nicht bewandert waren, stellten Sie doch erstklassige Töpferwaren her, eine Kunst, die sie den Nabatäern anscheinend vererbt haben.

Die Nabatäer waren ein arabisches Nomadenvolk, das Ende des sechsten Jahrhunderts v. Chr. nach und nach in Petra eintraf und dort sesshaft wurde. Ihr Verbleiben in Petra war vermutlich nicht geplant, da sie wahrscheinlich ursprünglich beabsichtigten, in das südliche Palästina zu ziehen. Es besteht kein Zweifel, dass sie an diesem Ort mit seiner reichlichen Wasserversorgung, den schützenden Schluchten und den freundlichen Edomiten Gefallen fanden. Mit letzteren scheinen die Nabatäer friedlich zusammengelebt zu haben.

Bis zum zweiten Jahrhundert v. Chr. war Petra zu einer großen Stadt mit einer Fläche von etwa zehn Quadratkilometern herangewachsen und zur Hauptstadt des nabatäischen Königreichs aufgestiegen.




Die Nabatäer waren größtenteils Bauern. Sie bauten Wein und Olivenbäume an und züchteten Kamele, Schafe, Ziegen und Pferde. Auch konnten sie geschickt mit Wasser haushalten und legten ein komplexes Netzwerk an Kanälen und Zisternen an, das Petra mit Wasser aus einer ergiebigen, mehrere Kilometer entfernten Quelle bei Ain Musa versorgte. Der Wohlstand der Nabatäer begründete sich jedoch hauptsächlich darin, dass Petra ein wichtiger Knotenpunkt für die lukrativen Handelsrouten war, die China im Osten mit Rom im Westen verbanden. Karawanen, schwer beladen mit Weihrauch, Seide, Gewürzen und anderen exotischen Waren, machten Rast in Petra, das Wasser im Überfluss und Schutz vor Plünderern bot. Die Nabatäer ließen sich ihre Gastfreundschaft in Form von Zöllen auf alle Waren vergüten, die durch die Stadt gingen, und erreichten dadurch beträchtlichen Wohlstand.




Die Nabatäer waren ein gebildetes Volk. Sie sprachen einen Dialekt des Aramäischen, der Sprache zu Zeiten der Bibel. Zeugnisse ihrer wunderschönen Kalligraphie finden sich in Form von Felsinschriften in Petra.

Neben ihren bemerkenswerten architektonischen Errungenschaften waren die Nabatäer auch für ihre Töpferkünste bekannt, die ihnen der Sage nach von den Edomitern überliefert wurden. Ein kürzlich im Wadi Musa ausgegrabener Brennofen lässt den Rückschluss zu, dass Petra bis zum späten dritten Jahrhundert n. Chr. ein regionales Herstellungszentrum für Tonwaren war. Danach setzte der Niedergang Petras ein.
 



Im Jahre 64 v. Chr. trafen die Römer in der Region ein und gründeten in Syrien eine römische Provinz. Sie bildeten die zehn Stadtstaaten umfassende Dekapolis, die jede weitere Ausdehnung der Nabatäer verhinderte. Im Jahre 106 n. Chr. annektierten die Römer das nabatäische Königreich und gliederten es in die römische Provinz Arabia ein. Petra florierte unter der römischen Herrschaft und wurde durch typisch römische Bauformen ergänzt. So erweiterten die Römer das Theater, pflasterten die Kolonnade und errichteten einen Triumphbogen über dem Siq. Als der römische Kaiser Hadrian den Ort im Jahre 131 n. Chr. besuchte, benannte er die Stadt nach sich selbst, Hadriane Petra.

Die Römer übernahmen die Kontrolle über die einträglichen Handelsrouten und leiteten sie fernab von Petra um. Damit waren die Nabatäer dem Untergang geweiht, und Reichtum und Macht schrumpften allmählich.
 



Die Römer übernahmen die Kontrolle über die einträglichen Handelsrouten und leiteten sie fernab von Petra um. Damit waren die Nabatäer dem Untergang geweiht, und Reichtum und Macht schrumpften allmählich.

Es gab immer weniger Hinweise auf die Anwesenheit der Nabatäer in Petra, und als sich das Christentum im byzantinischen Reich ausbreitete, wurde Petra der Sitz eines Bistums. Eines der Gebäude, das Urnengrab, wurde zu einer Kirche umgebaut. Bei jüngsten Ausgrabungen wurden drei weitere Kirchen gefunden. Eine von ihnen hat bunte Mosaikböden.

Im Jahre 661 n. Chr. machte die muslimische Umayyaden-Dynastie die syrische Stadt Damaskus zu ihrer Hauptstadt und Petra fand sich in der Isolation wieder, fernab vom Sitz der Macht. Dieser Umstand und eine Reihe starker Erdbeben markierten das Ende dieser einst so mächtigen Stadt.
Im 12. Jahrhundert errichteten die Kreuzritter bei Petra einen Außenposten für ihr riesiges Schloss im 30 Kilometer entfernten Shobak. 
Obwohl einige Funde belegen, dass der Ort vom 13. bis 15. Jahrhundert abermals als Rastplatz für Karawanen diente, wurde er schließlich aufgegeben, von den ansässigen Beduinen übernommen und scharf bewacht. Die ehemals prächtige Stadt verschwand gänzlich aus dem Bewusstsein der westlichen Welt, bis der Schweizer Reisende, Johann Ludwig Burckhardt, als Araber verkleidet die Stadt am 22. August 1812 wieder entdeckte.


Petra is one of the news 7 World Wonders.


 



Museen

Nabatäisches Museum

Das 1994 eröffnete Museum besteht aus drei größeren Ausstellungsräumen.

Im ersten Raum lernt der Besucher die Geschichte Petras und der Nabatäer sowie die geologischen Beschaffenheiten der Region um Petra kennen. Des weiteren sind dort Beispiele für Nahrungsverarbeitung in der neolithischen Epoche, die Töpferkunst der Edomiter, Skulpturen der Nabatäer sowie hydraulische Erfindungen ausgestellt.

Der zweite Raum ist spezifischen Ausgrabungen gewidmet. Die Ausstellung beginnt mit dem neolithischen Dorf Beida, dann einer Siedlung bei Tawilan aus der Eisenzeit, nabatäischen und spätrömischen Häusern aus az-Zanter, Tonbrennöfen aus Zurrabah aus dem späten ersten Jahrhundert v. Chr. bis zum, wie man glaubt, 6. Jahrhundert n. Chr. mit dem nabatäischen Tempel der geflügelten Löwen, dem Qasr al-Bint-Tempel im Stadtzentrum und schließlich dem Kirchenprojekt von Petra. Außerdem gibt es eine Sonderausstellung zu Erdbeben, dem Handel der Nabatäer sowie Petra zu Zeiten des Mittelalters.

Im dritten Raum sind zahlreiche Gegenstände ausgestellt, wie Schmuck, Lampen, Bronzestatuen, Terrakottafiguren, Tonwaren und Münzen. Der besondere Schwerpunkt liegt auf dem Herstellungsprozess.



Archäologisches Museum von Petra

Das alte archäologische Museum von Petra befindet sich in einer uralten Höhle der Nabatäer am Hang des al-Habis. Das 1963 eröffnete Museum besteht aus einer Haupthalle und zwei Nebenräumen. Die Sammlung umfasst Funde aus Ausgrabungen in der Umgebung von Petra, die auf das edomitische, nabatäische, römische und byzantinische Zeitalter zurückgehen. Ein Schwerpunkt sind architektonische Verzierungen und steinerne Skulpturen. Die Ausstellungsobjekte des Museums werden anlässlich der Eröffnung des Nabatäischen Museums derzeit neu sortiert.