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GLAUBE UND RELIGION

Das nur 86 Kilometer südlich von Amman gelegene Madaba ist seit mindestens 4.500 Jahren bewohnt und taucht in der Bibel als Moabiterstadt Medeba auf (4. Mose 21:30). Nach mehreren Jahrhunderten moabitischer und nabatäischer Herrschaft wurden Medeba und die umliegenden Gegenden im Zuge der Eroberung des nabatäischen Königreichs durch Kaiser Trajan im Jahr 106 n. Chr. Teil der römischen Provinz Arabia.

Im Laufe des 1. Jahrhunderts n. Chr. verbreitete sich in der römischen Provinz Arabia rapide das Christentum, doch seine Anhänger wurden von den Römern verfolgt. In Madaba gingen auf Befehl von Kaiser Diocletian zahlreiche Märtyrer für ihren Glauben in den Tod. Im 4. Jahrhundert konvertierte Kaiser Konstantin zum Christentum, worauf sich dieses zur vorherrschenden Religion im Römischen Reich entwickelte. 

Während der byzantinischen Epoche ab dem 5. Jahrhundert hatte Madaba einen eigenen Bischof, und zwischen dem 6. und 7. Jahrhundert wurden zahlreiche Kirchen errichtet. Diese Epoche war von den Mosaikböden geprägt. Sie wurden noch bis zum 8. Jahrhundert in Madaba hergestellt. 749 machte ein verheerendes Beben die Stadt dem Erdboden gleich, und sie blieb verlassen zurück. 1897 zogen drei aus insgesamt 2000 Personen bestehende christliche Familien aus der alten Kreuzritterstadt Kerak nach Madaba. Ab diesem Zeitpunkt war die Stadt vorrangig christlich. Zahlreiche Mosaike wurden beim Bau neuer Häuser und Kirchen für neu Zugezogene entdeckt.



Zu den interessanten religiösen Stätten in und um Madaba herum gehören:

Die griechisch-orthodoxe Kiche St Georg
 



Die griechisch-orthodoxe Kirche St Georg liegt im Zentrum der Stadt. In ihr befindet sich eine bemerkenswerte Mosaiklandkarte aus dem Jahr 560 n. Chr., die das Heilige Land zeigt. Auf der Karte ist das Gebiet der Phönizierstädte Tyre und Sidon im Norden bis Ägypten im Süden und vom Mittelmeer im Westen bis zur arabischen Wüste im Osten abgebildet. Gefunden wurde das Mosaik 1897, als eine ebene Fläche auf einem Hügel als Bauplatz für eine neue Kirche ausgewählt wurde.


Zu Anfang der Bauarbeiten entdeckte man die Grundrisse einer Kirche sowie ein riesiges Mosaik, das in der ca. 560 gebauten byzantinischen Kirche als Boden gedient hatte. Das ursprüngliche Mosaik hatte eine unglaubliche Fläche von 15,7 x 5,6 Metern. Heute misst es noch 15 x 3 Meter. Alle größeren Städte des Heiligen Landes sind mit bemerkenswerter Genauigkeit abgebildet. Jerusalem und seine wichtigsten Gebäude bildet als bedeutendste Stadt den Mittelpunkt der Karte. Die Grabeskirche ist ebenso zu erkennen wie der Cardo Maximus, eine von Kolonnaden gesäumte Hauptstraße, die von Osten nach Westen durch das Zentrum der alten Stadt führte. Teile des Cardo Maximus, der nach der Zerstörung Jerusalems im Jahr 70 n. Chr. von den Römern gebaut wurde, sind noch heute erhalten. Die damals wichtigsten Städte im Heiligen Land sind durch 157 Beschriftungen in griechischer Schrift gekennzeichnet. Auch die jordanischen Städte Kerak und Madaba sind auf der Karte zu sehen.



Der Berg Nebo



Laut des letzten Kapitels im Deuteronomium war der Berg Nebo der Ort, von dem aus der hebräische Prophet Moses über das Gelobte Land blickte, das den Hebräern von Gott versprochen war. „Und Mose stieg aus dem Jordantal der Moabiter auf den Berg Nebo, den Gipfel des Gebirges Pisga, gegenüber Jericho.“ (Deuteronomium 34:1)

Jüdischen und christlichen Überlieferungen zufolge wurde Moses von Gott selbst auf diesem Berg beerdigt. Der genaue Ort seiner letzten Ruhestätte ist unbekannt. Wissenschaftler diskutieren immer noch, ob es sich bei dem Berg, der heute unter dem Namen Nebo bekannt ist, um den in der Tora erwähnten Berg handelt.

Im Islam geht man davon aus, dass Musa (Moses) nicht auf dem Berg selbst, sondern ein paar Kilometer westlich auf der anderen Seite des Jordans begraben wurde.
 



Am höchsten Punkt des Berges (Syagha) wurden die Überreste einer Kirche und eines Klosters freigelegt. Die 1933 entdeckte Kirche wurde in der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts im Gedenken an den Tod Moses gebaut. Ihre Bauform entspricht der typischen Form einer Basilika. Im späten 5. Jahrhundert wurde sie vergrößert und 597 neu gebaut. 597. Zum ersten Mal erwähnt wird die Kirche im Bericht einer Frau namens Aetheria, den sie 394 n. Chr. über eine Pilgerreise schrieb. 394.

Unter dem Mosaikboden der Kirche wurden sechs in den Felsen gehauene Grabkammern entdeckt. Im heutigen Presbyterium können die Überreste der Mosaike besichtigt werden. Das Älteste zeigt eine Tafel mit einem geflochtenen Kreuz. Es befindet sich derzeit am östlichen Ende der Südmauer.

 



Am 19. März 2000 besuchte Papst Johannes Paul II die Kirche auf seiner Pilgerreise durch das Heilige Land. (Der Berg Nebo ist für die Christen einer der bedeutendsten Orte in Jordanien.) Während seines Besuches pflanzte er als Zeichen des Frieden einen Olivenbaum neben der byzantinischen Kapelle.

Abgesehen vom Berg Nebo wurden vom Vatikan noch vier weitere Orte als heilige Millenniums-Pilgerstätten bestimmt.

Das von einer Messingschlange umschlungene Kreuz auf dem Berg Nebo wurde vom italienischen Künstler Giovanni Fantoni entworfen. Es steht für die eherne Schlange, die Mose mit in die Wüste nahm (4. Buch Mose 21:4-9) und das Kreuz, an das Jesus geschlagen wurde (Johannes 3:14).



Umm Ar-Rasas



Eine rechtwinklige Stadt ca. 30 Kilometer südöstlich von Madaba, die sowohl im Alten wie auch im Neuen Testament erwähnt wird. Sie wurde von den Römern befestigt, und die Christen vor Ort schmückten sie auch einhundert Jahre nach Beginn der muslimischen Herrschaft immer noch mit byzantinischen Mosaiken.

Ein Großteil der Stadt ist zerstört, doch im östlichen Teil stehen noch mehrere Gebäude, unter anderem Kirchen, ein Innenhof mit Brunnen sowie Treppen und Steinbögen, die allesamt ausgegraben und restauriert wurden. Bei jüngeren Ausgrabungen wurden einige der exquisitesten byzantinischen Kirchenmosaike im Nahen Osten entdeckt.

 



Direkt außerhalb der Stadtmauern befindet sich die kürzlich entdeckte Stefanskirche mit ihrem perfekt erhaltenen Mosaikboden. Es ist einer der größten Mosaikböden, die in Jordanien gefunden wurden, und steht gleich an zweiter Stelle nach der berühmten Mosaikkarte in Madaba. Jene Mosaikkarte zeigt 27 Städte im Heiligen Land östlich und westlich des Jordans, die im Alten und Neuen Testament erwähnt werden.

Nur zwei Kilometer nördlich von Umm ar-Rasas befindet sich der höchste antike Turm Jordaniens. Man nimmt an, dass er von frühchristlichen Mönchen als Rückzugsort genutzt wurde. Der Turm ist 15 Meter hoch und hat weder Tür noch Treppenhaus. Heute wird er nur noch von Vögeln bewohnt.




 

 


Dhiban

Laut der Bibel wurde Dibon unter dem Amurriterkönig Sihon von den Moabitern erobert (4. Mose 21: 21-30). Später wurden diese jedoch von den Israeliten unterworfen. Omri, der König von Israel, unterdrückte Moab und seine Nachkommen, bis der Moabiterkönig Mescha, dessen Residenz in Dibon lag, sich schließlich auflehnte und sein Königreich nordwärts bis zum Nebo ausdehnte. Um seinen Sieg zu feiern, ließ Mescha einen neuen königlichen Bezirk bauen, den er „Qarhoh“ (der Überragende) nannte. Er umfasste einen Altar für den Moabitergott Kemosch, einen Palast, eine Akropolis mit Toren und Türmen sowie Häuser für sein Volk. Er ließ auch eine Stele errichten, auf der seine Siege über Israel gerühmt werden. Die Stele aus Basaltstein wurde 1868 entdeckt und ist nun im Louvre in Paris zu sehen. Es ist die längste bekannte moabitische Inschrift. In der Bibel wird König Mescha als Schafzüchter beschrieben, der dem König Israels jährlich hunderttausend Lämmer und die Wolle von hunderttausend Widdern zahlen musste (2. Könige 3:4). Wie auch die Geschichte Ruts (Ruth 1: 1-5) ist dies ein Hinweis auf die ausgeprägte Landwirtschaft der Moabiter.

Im Jahr 731 v. Chr. befand sich Moab unter assyrischer Herrschaft. Später schlossen sich die Moabiter dem allgemeinen Aufstand gegen den Babylonierkönig Nebukadnezar an, der 582 v. Chr. zur Zerschlagung des Staates führte – fünf Jahre nach der Plünderung Jerusalems.

Rund fünf Jahrhunderte lang blieb die Gegend unbewohnt. Unter den Nabatäern, die im südöstlichen Viertel des Hügels einen beeindruckenden Tempel errichteten, kehrte der Wohlstand nach Dibon zurück. Auch die Mauern auf dem Gipfel des Hügels sowie das Nordtor wurden wieder aufgebaut. Zwei Inschriften und die Überreste eines Badehauses weisen darauf hin, dass sich hier im 3. Jahrhundert eine römische Garnison befand. Zu den architektonischen Hinterlassenschaften des byzantinischen und anschließenden umayyadischen Zeitalters zählen die Überreste einer Kirche aus dem 6. Jahrhundert sowie zwei kleine Gebäude mit Kuppeldach. Im 19. Jahrhundert siedelte das Dorf auf den Südhügel um, und der alte Festungshügel wurde zur Grabstätte umfunktioniert.