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Geschichte und Kultur
 

Madaba ist eine antike Stadt in der jordanischen Hochebene, die 1880 n. Chr. von christlichen Araberstämmen aus der Region um Kerak wieder besiedelt wurde. Zu ihren Einwohnern zählen heute sowohl Christen als auch Muslime. In dieser Gegend wurde eine große Anzahl antiker Relikte gefunden, von denen jetzt viele im Museum der Stadt und in diversen archäologischen Parks ausgestellt sind.

Das heutige Madaba wurde auf einem aus den Überresten früherer Stätten angelegten Hügel errichtet. Madaba hat eine lange Geschichte. Zum ersten Mal erwähnt wird es in der Bibel im Zusammenhang mit dem Auszug aus Ägypten um 1200 v. Chr. Ein Grab aus dieser Periode wurde im Osten der Stadt freigelegt.


Zu Zeiten der Makkabäer (ca. 165 v. Chr.) war es von den Ammonitern zurückerobert worden, um 110 v. Chr. jedoch nach langer Belagerung von Johannes Hyrkanos eingenommen. Die Stadt blieb bis zur Zeit von Alexander Jannäus in jüdischer Hand. Sie war eine der Städte, die dem Nabatäerkönig Aretas im Gegenzug für seine Hilfe bei der Zurückeroberung Jerusalems von Hyrcanus II versprochen wurde.
 



Die Römer verwandelten Madaba in eine typische Provinzstadt mit Kolonnaden, hübschen Tempeln und anderen Gebäuden, großen Zisternen und einer Stadtmauer. Die Stadt gedieh bis über das achte Jahrhundert hinaus weiter. Sie ist auch auf dem in der Kirche befindlichen Bodenmosaik aus dem Jahr 767 n. Chr. abgebildet. Spuren der römischen Stadt sind in den langen gepflasterten Straßen im archäologischen Park (Achaeological Park) von Madaba zu sehen.


Umm Ar-Rasas



Die im Alten und im Neuen Testament erwähnte Stadt wurde einst von den Römern befestigt. Auch 100 Jahre nach Beginn der muslimischen Herrschaft wurde sie immer noch von ansässigen Christen mit byzantinischen Mosaiken geschmückt: Kastron Mefaa, das heutige Umm ar-Rasas, blickt auf eine lange Geschichte zurück.

Die rechteckige, von Mauern umgebene Stadt ist zu großen Teilen verfallen, doch haben verschiedene Gebäude sowie vier Kirchen und einige schöne Steinbögen die Zeiten überdauert. Die Hauptattraktion befindet sich außerhalb der Stadtmauern in der Stefanskirche. Dort gibt es einen riesigen, vollständig erhaltenen Mosaikboden aus dem Jahr 718 n. Chr. Auf dem Mosaik sind fünfzehn der größeren Städte des Heiligen Landes östlich und westlich des Jordans dargestellt. Dieses prächtige Mosaik wird nur von der Mosaikkarte Jerusalems und des Heiligen Landes in Madaba übertroffen.

Knapp 2 km nördlich der befestigten Stadt gibt der höchste antike Turm Jordaniens den Experten immer noch Rätsel auf: Ein 15 Meter hoher quadratischer Turm ohne Tür und ohne Treppenhaus, der heute von Vögeln bewohnt wird.


 




Archäologisches Museum von Madaba (Madaba Archaeological Museum)

Viele der angrenzenden Häuser, in denen sich Mosaikböden befinden, wurden vom Department of Antiquities aufgekauft und bilden den Mittelpunkt des Stadtmuseums. Das Museum wurde 1987 eröffnet.

Im Innenhof des Museums sind unter freiem Himmel Mosaike aus Hesban, Ma’in Qastal und aus der Gegend um den Berg Nebo ausgestellt. Auch finden sich dort diverse ionische und korinthische Säulen sowie eine Reihe byzantinischer Säulen und Altäre. Das Museum beheimatet jedoch noch weitere Sammlungen, u. a. Ton- und Glaswaren sowie Ausstellungen zur griechischen, römischen, byzantinischen und islamischen Epoche.




Weiterhin gibt es eine bedeutende Ausstellung islamischer Tonwaren und Bronzegefäße, die in einem Raum des Umm-al-Walid gefunden und vom Institut für Denkmalschutz in Genf restauriert wurden. Außerdem gibt es eine Sammlung ptolemäischer Münzen aus Muraba’ at Musa sowie eine Sammlung umayyadischer Goldmünzen (Dinare). Madaba gilt als wichtiges Zentrum für Mosaikhandwerk. Über die gesamte Altstadt verteilt gibt es eine Vielzahl von Bodenmosaiken. Das bekannteste von ihnen zeigt eine Karte des Heiligen Landes. Dieses Mosaik befindet sich in der modernen griechisch-orthodoxen Kirche.

Ergänzend zur alten Schule Madabas gibt es in der Stadt eine moderne Schule, in der die Restauration von Mosaiken gelehrt wird.

Orte mit Mosaiken finden sich auch in der Umgebung von Madaba, zum Beispiel in Ma’in, Hesban, Siyagha, Mukhayyat, Masuh, Makawer, Nitel, Jamil und vor allem in Umm ar-Rasas (dem alten Kastorn Mefaa). Dort gibt es vierzehn Kirchen, die zumeist aus dem 5. oder 6. Jahrhundert stammen. Die berühmteste unter ihnen ist die Stefanskirche aus der abbasidischen Epoche (8. Jahrhundert).

Folkloremuseum (Madaba Folkloric Museum)

Das Folkloremuseum und das Archäologische Museum bilden eine sich ergänzende Einheit. Sie befinden sich in einem Viertel alter Häuser, die auf antiken Mosaikböden gebaut wurden. Das Museum wurde 1978 eröffnet.

Es gibt traditionelle Gebäude sowie das ethnografische Museum zu sehen.

  • Traditionelle Gebäude: Diese Häuser wurde auf byzantinischen Mosaikböden errichtet. Die Mosaike weisen rein geometrische Muster auf, aber auch eine Szene mit zwei Pfauen und zwei Widdern, die ein Gefäß umgeben, aus dem Weinreben ranken sowie eine Szene aus der klassischen Mythologie mit einem tanzenden Bacchanten und einem nackten Satyr.

  • Einer der Räume misst 3,58 x 5,37 m. In ihm befindet sich ein Mosaikboden, aus dessen Ecken vier Bäume wachsen und in der Mitte auf einen Kreis treffen, in dem sich ein menschlicher Kopf befindet. Zwischen den Bäumen sind Figuren angeordnet: Zwei Vögel, zwei Widder, zwei Hasen sowie ein Stier und ein Löwe, die gemeinsam grasen.

  • Das ethnografische Museum besteht aus zwei Ausstellungsräumen, in denen Silber- und Goldschmuck, Gegenstände für die Körperpflege, traditionelle jordanische Kostüme, Teppiche und andere Haushaltsgegenstände ausgestellt sind.