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        > In den Gängen der Festung von Karak

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Ob Sie sich Karak vom alten Königsweg im Osten oder vom Toten Meer im Westen nähern, Ihnen wird angesichts der eindrucksvollen Silhouette dieser befestigten Stadt und Burg augenblicklich bewusst werden, warum an diesem Ort die Schicksale von Königen und Nationen besiegelt wurden.

Die antike Kreuzritterfestung Karak liegt 900 Meter über dem Meeresspiegel und befindet sich innerhalb der Mauern der alten Stadt. Heute hat die Stadt etwa 170.000 Einwohner und kann mit einer Reihe restaurierter ottomanischer Gebäude aus dem 19. Jahrhundert, Restaurants, Übernachtungsmöglichkeiten und dergleichen mehr aufwarten. Die wichtigste Sehenswürdigkeit ist jedoch die Festung von Karak.


Die Stadt ist auf einem dreieckigen Plateau errichtet. Die Festung befindet sich an der schmalen südlichen Spitze. Sie hat eine Länge von 220 m und eine Breite von 125 m am Nordende und 40 m am Südende, wo ein schmales, durch einen Graben vertieftes Tal es vom angrenzenden und wesentlich höheren Hügel trennt, der einst Saladins bevorzugter Ort für seine Artillerie war. In der ganzen Burg ist das klobige Mauerwerk der Kreuzritter leicht von den späteren Arbeiten der Araber zu unterscheiden, die fein bearbeitete Blöcke aus hellerem und Einer der vielen Gänge in der Festung.


 

Bringen Sie eine Taschenlampe mit, wenn Sie die Kreuzritterfestung besuchen, da es in ihrem Inneren zahlreiche, oft unbeleuchtete Tunnel und Gänge gibt.


Auch wenn die Festung, die wir heute sehen, größtenteils aus dem 12. Jahrhundert stammt, war Karak auch in biblischen Zeiten bereits befestigt. In der Bibel wird beschrieben, wie der König Israels und seine Verbündeten aus Juda und Edom das Reich Moab verwüsteten und dessen König Mesha in der Festung von Kir-Heres, wie Karak damals genannt wurde, belagerten.
 



Jahrhunderte später brauchten die Kreuzritter zum Bau der gewaltigen Festung rund zwanzig Jahre. Nach der Fertigstellung im Jahr 1161 wurde die Burg die Residenz des Herrschers von Transjordanien, das zum wichtigsten Lehnsgut des Königreichs der Kreuzritter geworden war, eine reiche und steuerträchtige Region. Karak hielt in den frühen 1170er Jahren mehreren Belagerungen stand und fiel dann in die Hände von Renaud de Chatillon, einem Herrscher, der für seine Rücksichtslosigkeit und Barbarei bekannt werden sollte. Er brach sämtliche Abkommen und begann, die Handelskarawanen und die Pilger auf ihrem Weg nach Mekka zu überfallen, griff Hedschas, das Heimatland des Islam an und plünderte arabische Häfen am Roten Meer. Selbst Mekka blieb von seinen Bedrohungen nicht verschont. Saladin, der Herrscher über Syrien und Ägypten, reagierte prompt. Er nahm die Stadt Karak mit Gewalt, ein, brannte sie nieder und schaffte es beinahe, auch die Festung zu stürmen.
 

Bevor Sie die Festung betreten, sollten Sie sich fünf Minuten Zeit nehmen, die Karte am Eingang zu studieren. Sie gibt Ihnen einen Überblick über die Anlage. Zudem erhalten Sie interessante Informationen über die Geschichte und die Menschen, die in der Festung lebten.


Als Renaud 1177 zu Friedenszeiten eine große Karawane überfiel, sah sich Saladin zu einem raschen Gegenschlag veranlasst. Sein Angriff endete in der Schlacht von Hattin, in der die Kreuzritter unterlagen. Saladin ließ die meisten seiner Gefangenen am Leben. Renaud jedoch richtete er persönlich hin. Die Verteidiger von Karak hielten noch während einer acht Monate dauernden Belagerung die Stellung, bevor sie sich den Muslimen ergaben, die sie gnädigerweise gehen ließen.
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Erneut in muslimischer Hand wurde Karak zur Hauptstadt eines Bezirks, der sich über einen Großteil Jordaniens erstreckte. In den zwei darauf folgenden Jahrhunderten spielte Karak eine zentrale Rolle in der Politik des Nahen Ostens. Als Sultan an-Nasir Ahmad genug von den Machtkämpfen in Kairo hatte, wurde Karak sogar eine Zeitlang zur Hauptstadt des gesamten Königreichs der Mamelucken. Sein Bruder und Nachfolger as-Salih Ismail belagerte Karak achtmal, bevor er die Festung einnehmen und die königlichen Insignien zurückholen konnte. Während diesen Belagerungen fiel Karak die zweifelhafte Ehre zu, das erste Ziel moderner Artillerie im Nahen Osten zu werden, denn as-Salih Ismail setzte bei seinen Belagerungen Kanonen und Schießpulver ein.


 

Unter der Herrschaft der Ayyubiden und der frühen mameluckischen Sultane wurde die Festung aufwändig umgebaut, und die Befestigung der Stadt wurde durch massive Türme verstärkt. Tore wurden jedoch keine gebaut, so dass der Zugang zur Stadt nur über unterirdische Passagen möglich war, deren Eingänge noch heute sichtbar sind.

In späteren Jahren nutzten Rebellen die Stadt wiederholt als Rückzugsort, während die Festung den Stämmen als Tagungsort diente. Nach 1894 wurde eine strenge türkische Verwaltung eingeführt, und der Mameluckenpalast innerhalb der Festung wurde zum Gefängnis umfunktioniert. Die türkische Herrschaft wurde 1918 letztendlich durch den großen arabischen Aufstand zerschlagen.



Eine besondere Möglichkeit die Kreuzritterburg Karak kennen zu lernen, ist die Licht- und Tonshow bei der die Burg und seine Türme mit 50 Leuchtern angestrahlt werden. Ein interessanter Film über die Geschichte der Burg um 800 v. Chr. wird gezeigt und greift die Invasionen durch Griechen, Nabatäer, christlichen Kreuzfahrer wie auch die Ottomanen, die bis ins 19. Jhd. herrschten.


Zudem wir auch die Geschichte von Karak der Neuzeit, die Entwicklungsprojekte und das friedliche Zusammenleben von Muslimen und Christien beleuchtet.  



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